"Wenn man mal nicht kommt, ist es auch OK. Es gibt mehr als dieses egoistische Orgasmus-Hinterhergehechle."


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On managing anger I’ve been very angry with a lot of people lately so naturally, I thought about how to best deal with that emotion. One thing that helped me a lot was understanding that, the people who are hurting us are not doing so viciously (or at least that’s what I like to believe). Our pain is simply a byproduct of their selfish attempt to protect their own feelings and trying to get their needs met. No ones born a narcissist, they’re being made into one. It’s a (fucked up) coping mechanism that person had to develop from a very young age in order to survive. Understanding that doesn’t mean that it’s our job to just accept them the way they are, or, god forbid, change them, but it was important for me to understand that emotional immature people (aka the majority of everyone we gonna meet) will always put their needs first, make us feel responsible for their emotions and take whatever they can get from us not because they’re inherently evil but because they don’t know any better. That being said, children, that is THEIR problem! It’s our responsibility to take a step back and take a good look at the people around us. Observe, listen, try to identify patterns and keep in mind that you owe it to yourself to stay away from situationships from which you have nothing to gain! I know, it’s easier said then done, but if I can give it an honest try, so can you! Love, Mom! #hoeclass ?: @indiaherlem

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Eigentlich ist alles, was mit Sex und Weiblichkeit zu tun hat, auf Instagram nicht gern gesehen. Doch trotz akuter Zensur konnte sich in den letzten Jahren eine aktive Szene von Frauen* entwickeln, die auf dieser Plattform Aufklärungsarbeit leistet. Pia aka @highqualityhoe ist eine von ihnen. Sie schreibt in ihren ausgiebigen Captions über ihre Erfahrungen mit Beziehungen, gibt Ratschläge zu den Themen Sex und Selbstakzeptanz, reflektiert ihre persönlichen Erlebnisse mit Körperwahrnehmung oder dem Dating in Berlin. In diesen sogenannten Hoeclasses schafft sie den Spagat zwischen radikaler Offenheit und Stärke. Das geschieht in einem Ton, der Autorität und Witz verbindet. Doch mit solch einer Rolle, entsteht auch ein ziemlicher Druck ...

Ihr Username Highqualityhoe könnte auf den ersten Blick nicht gegensätzlicher sein. Madonna-Whore-Komplex. A lady in the streets, a freak in the sheets. Weiblich-gelesene Personen sind in unserer Gesellschaft in Widersprüchen gefangen. Mal muss man sich gegenüber Männern behaupten, dann als sexuelles Objekt funktionieren. Diese Ambivalenz zieht sich durch den gesamten Onlineauftritt der 23-Jährigen.

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FOTO: IARA BALSELLS




 

Im Gespräch erzählt sie, wie sich ihr Leben durch Instagram verändert hat und weswegen sie sich dazu entschlossen hat, ihre Hoeclasses zu beenden.

Du hast mittlerweile auf Instagram mit deinen Hoeclasses aufgehört. Wie haben sie damals überhaupt angefangen?
Pia: Ich habe im Februar ein Meme gemacht, das Berlin-Dating-Bingo. Nachdem es viral ging, hat sich ganz schön viel verändert. Irgendwann kam ich an einen Punkt, dass ich ganze Bücher hätte füllen können mit den Geschichten über meine Dates. Ich könnte mich zwar den Rest meines Lebens darüber lustig machen, aber das hilft am Ende niemandem. Wenn überhaupt mal ein Typ diese Texte lesen sollte, dann lösen sie wahrscheinlich eher Ärger statt die Erkenntnis aus, dass sein Verhalten vielleicht nicht angebracht war. Die Hoeclasses sind wie ein Tagebuch. Für mich repräsentieren sie die Stimme der Vernunft, die ich in mir habe. Das ist dann 'Mum'.

 

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@highqualityhoe this is too relatable ?

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Du bezeichnest dich selbst als Instagram-Mum . Sich als Mutter zu bezeichnen, impliziert: "Das sind meine Kinder." Hast du das Gefühl, dass dadurch ein gewisser Druck entsteht?
P: Man hat definitiv viel Verantwortung für Kinder. Ich glaube gerade in der Zeit, in der ich viele Hoeclasses geschrieben habe, dachte ich: "Ich weiß jetzt, wie's geht. Ich hab's rausgefunden. Hört zu." Das soll jetzt gar nicht narzisstisch oder arrogant klingen. Ich dachte einfach, ich bin auf einem guten Weg. Mittlerweile ist mir aber bewusst geworden, wie viel Verantwortung das wirklich ist. Ich freue mich über jede einzelne Nachricht, die ich bekomme, aber viele Personen schreiben mir und fragen nach Beziehungstipps. Ich bin keine Psychotherapeutin. Ich möchte lieber keinen Ratschlag als einen falschen geben. Ich habe mich etwas davon distanziert, weil ich gemerkt habe, dass ich gar nicht so unfehlbar bin, wie ich dachte. Irgendwann wurden die Hoeclasses zu einer Art Zwang für mich. Ich dachte, ich muss eine neue verfassen, weil ich schon eine Woche nichts mehr gepostet habe.




 

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Welche Annahme über Sex stört dich denn am meisten?
P: Dass alle immer einen Orgasmus bekommen. Das ist wahrscheinlich das größte Problem der sex-positiven Entwicklung. Als ich 17 oder 18 Jahre alt war, ging das mit der Body- und der Sex-Positivity los. Da war dann ganz klar für mich: Wenn er dich keine 45 Minuten leckt oder du nicht kommst, dann ist er das letzte Arschloch und du wirst nie wieder mit ihm sprechen. Für mich gab es da einen wahnsinnigen Druck. Ich dachte, dass Sex für mich unglaublich toll sein muss, dass ich zu einer befreiten Generation junger Frauen gehöre und ständig Sex im Berghain habe – davon sprechen ja schließlich alle. Aber in der Realität ist zehn Minuten Missionar auch ganz schön und wenn man mal nicht kommt, ist es trotzdem OK. Da gibt es mehr als dieses egoistische Orgasmus-Hinterhergehechle. Außerdem stört mich, dass Sex nicht als Miteinander angesehen wird. Es heißt dann: "Get that dick." Aber dass an diesem Dick ein Mann hängt und dass es zu einem Orgasmus viel mehr braucht als den Dick, das wird ausgelassen.

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FOTO: IARA BALSELLS

Welchen Ratschlag hättest du gern schon in deiner Jugend gehört?
P: Ich hätte mir viel erspart, hätte ich früher gewusst, dass mein Wert nicht davon abhängt, was ich für andere mache. Ich hab viel gemacht, ich hatte auch viel Sex. Nicht weil jemand aktiv gefragt hat, aber weil ich das Gefühl hatte, dass ich das machen muss, um die Person zu halten. Wenn ich einen Ratschlag gebraucht hätte, so cheesy das klingen mag, dann wäre es: Du hast einen Wert. Und du musst nicht alles machen. Ich habe versucht, mir mit dieser Mutterrolle eine gewisse Autorität zu schaffen, weil ich mir genau das gewünscht hätte. Eine Person, die hart aber herzlich mit mir spricht. Ich komme aus Bayern und meine Oma ist genauso. Es geht wahrscheinlich weniger darum, was ich hätte hören müssen, sondern wie es transportiert wird.

Wie sieht die Zukunft für @Highqualityhoe aus?
P: Ich möchte mich stärker auf die Storys konzentrieren, weil die einfach kurzweiliger sind. Für Highqualityhoe wünsche ich mir, dass sie von ihrem Podest runterkommt. Ich würde gerne einfach mal ein Foto mit meinen Freunden posten, losgelöst von irgendwelcher Aufklärungsarbeit. Diese Freiheit habe ich mir selbst genommen. Die Hoeclasses habe ich jetzt ein Dreivierteljahr lang gemacht. Es war super in der Zeit und ich blicke gerne darauf zurück. Trotzdem ist es gut, dass es vorbei ist. Jetzt geht etwas Neues los.

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FOTO: IARA BALSELLS


 

 





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