Mit einem künstlich angeschwollenem G-Punkt soll Frau angeblich besser kommen Foto:123RF

 

Innerhalb der Vagina ist er angeblich die erogene Zone schlechthin, dabei ist die Existenz des G-Punktes bis heute bei Fachleuten umstritten. Viele versuchen ihn zu finden und scheitern. Doch für Frauen gibt es mittlerweile eine Methode, durch die es einfacher sein soll den vermeintlichen G-Punkt stimulieren zu können.


 

Passenderweise wird diese "G-Shot" genannt, hat aber nichts mit Alkohol zu tun, wie man vielleicht meinen mag. Das "Wundermittel" mit dem der vaginale Orgasmus optimiert werden soll, nennt sich Hyaloronsäure und das Prinzip ist ähnlich wie beim Lippen aufspritzen.

Wie Vice berichtet, wird der Frau hierbei von einem Arzt die Säure unter den G-Punkt gespritzt, der dadurch anschwillt. Durch die Vergrößerung soll es dann einfacher sein den G-Punkt zu stimulieren und Frau kommt angeblich schneller.

Ein Berliner Schönheitschirurg hat sich die Methode bei Ärzten aus den USA abgeschaut und verbessert mit den "G-Shots" das Sexleben von ungefähr zehn Frauen im Jahr. Kostenpunkt: Schlappe 1200 Euro.

Eine Freundin des Arztes hat es bereits ausprobiert und ist begeistert: "Der kleine Eingriff ist natürlich nicht besonders angenehm, ähnlich wie beim Gynäkologen, aber man braucht auch keine Angst davor zu haben", so die Frau gegenüber dem Magazin.

"Zum Glück funktioniert es ganz gut bei mir." Sie soll dank der Methode einfacher und intensiver zum Orgasmus kommen. Noch gibt es jedoch keine Studie zum Erfolg der Methode. Einigen Ärzte wird sogar nachgesagt, dass sie den "G-Shot" nur wegen des Geldes anbieten würden.

Der Erfolg der Methode könnte auch am Placebo-Effekt liegen, wie Psychotherapeutin Ada Borkenhagen dem Magazin erklärt. Dabei müsse an dem Problem gearbeitet werden, das die Schwierigkeiten beim Orgasmus verursacht.

"Häufig findet der Geschlechtsakt in Form von Karnickel-Sex statt: Rein. Raus. Fertig. Innerhalb von wenigen Minuten. Und das reicht vielen Frauen nicht, um zum Orgasmus zu kommen", so Borkenhagen.

Große Nebenwirkungen scheine von der Säure aber nicht auszugehen. Sie wird bereits in der Medizin, zum Beispiel als "Schmiermittel" bei abgenutzten Gelenken eingesetzt. Außerdem gilt es in der Schönheitschirurgie als schonende Art de Brustvergrößerung. Die Säure wird zwischen Brustdrüsen und Brustmuskel gespritzt. Auch zur Faltenreduktion wird es eingesetzt. Der Effekt hält ungefähr sechs bis zwölf Monate.

Eine Anleitung wie sie zum Multiplen Orgasmus kommt

Manch einer kennt vielleicht noch das Wortspiel „Lauscherheliumkompott“, welches man sich als Kind gerne mit verstohlenen Blicken und hinter vorgehaltener Hand erklärt hat: Lauscher = Ohr, Helium = Gas und Kompott = Mus. Also O(h)rgasmus. Da war das peinlich berührte Gelächter groß, vor allem auch mit dem Wissen etwas so „unanständiges“ gesagt zu haben.

Vor etwa 1,5 Jahren habe ich schon einmal einen Beitrag, zu dem viel erforschten und diskutierten Thema „Frau und Orgasmus“ veröffentlicht. Die Quintessenz damals: Es gibt nicht „die eine Technik“. Es kommt ganz individuell auf den Typ Frau an. Nun gibt es aber Experten, die genau das behaupten: Es gibt die eine Technik, mit der jede, wirklich jede Frau zum Orgasmus kommt. Und zwar zum sagenumwobenen und – ich behaupte hier jetzt nicht zu übertreiben – von allen sexuell aktiven Männern und Frauen angestrebten multiplen Orgasmus. 

MYTHEN, STRESS UND HEITERKEIT

Der Sache musste ich natürlich auf den Grund gehen und, wenn du mich und meine Selbstexperimente schon kennst, weißt du das: es selbst testen. Also habe ich mich auf die Reise begeben, und als offener aber durchaus kritischer Mensch erst einmal Grundlagenforschung betrieben: Wie genau entsteht ein Orgasmus? Wo ist der Unterschied beim männlichen und weiblichen Orgasmus? Warum bekommen wir überhaupt einen Orgasmus? Bei all meinen Recherchen ist mir eine Sache ziemlich schnell klar geworden: Das mystische, faszinierende Phänomen „weiblicher Orgasmus“ ist in Kombination mit unserer leistungsgeprägten Gesellschaft ein echter Stressfaktor geworden. Aber eins nach dem anderen. Meine Recherchen haben mich dabei durch die Welt von Pornoseiten, Wikipediaeinträgen, Sexforen, Interviews mit Sexualcoaches (Danke Sabine;)) und Tantraseminaren geführt.




 

Das kleine 1×1: Was ein Orgasmus ist und was dabei in unseren Körpern passiert

Es gibt fantastische Studien rund um den menschlichen Orgasmus. Am bekanntesten und meist zitiertesten ist die der Wissenschaftler William Howell Masters und Virginia Johnson aus den 1960er Jahren, in der der Orgasmus des Menschen in einen sexuellen Reaktionszyklus übersetzt wurde, der aus der Erregungs-, Plateau-, Orgasmus- und Rückbildungsphase besteht. Spannend sind auch die diversen Annahmen, in denen die evolutionsbiologischen Hintergründe für den menschlichen Orgasmus beleuchtet werden.

 

 

Orgasmus
pixabay, von stokpic, CC0, Paar

 

 

 

 

DIE MAUS ERKLÄRT DEN ORGASMUS

Man könnte Wochen damit verbringen sich in die biologischen und evolutionsbiologischen Forschungsergebnisse und Meinungen hinein zu wühlen. Oder man liest sich die gut recherchierten Artikel auf Wikipedia durch, wenn man es ein bisschen bequemer möchte. Da ich die Fakten nicht einfach nur runterbeten, aber die wichtigsten Hintergründe darlegen wollte und eingangs ja schon in Kindheitserinnerungen schwelgte, mache ich das hier jetzt im „die Sendung mit der Maus“-Stil:

Das sind Peter und Anna. Peter und Anna wollen miteinander Sex haben. Sie liegen nackt nebeneinander, streicheln sich und bemerken, dass sich dabei etwas in und an ihnen verändert. Die Erregungsphase setzt ein. Ihre Herzen klopfen schneller (Puls und Blutdruck steigen) und sie werden untenrum ganz berührungsempfindlich (vaskuläre Veränderung im Bereich des Beckens, eine Erhöhung der Durchblutung der oberen Hautschichten – auch sex flush genannt – setzt ein). 

Peter merkt, wie sein Penis groß und hart wird. Er bekommt eine Erektion. Anna merkt, dass ihre Brustwarzen anschwellen und hart werden. Ihre Vagina wird empfindlich und irgendwie voller (da Klitoris und Schamlippen anschwellen). Außerdem bemerkt sie, dass es feucht zwischen ihren Schenkeln wird. Das kommt durch die vermehrte Sekretion im Inneren der Scheide, die nach außen tritt. Anna will Peter und Peter will Anna. Also macht Anna die Beine breit und Peter dringt mit seinem erigierten Penis in Annas feuchte und von der vermehrten Durchblutung heißen und angeschwollenen Vagina ein. Er bewegt sich in ihr und Anna passt sich seinen Bewegungen an. 

DAS MERKEN SIE NICHT, DAS PASSIERT EINFACH

Nach einigen Minuten (es kann auch bis zu einer Stunde oder länger dauern) merken beide, dass sich wieder etwas verändert. Sie kommen zur Plateauphase. Peter merkt, wie sich seine Muskeln anspannen und sein Puls und Blutdruck weiter steigen. Er bewegt sich schneller und heftiger in Anna. Anna merkt das auch, dieses Kribbeln unter der Haut am ganzen Körper. Ihr Atem geht noch schneller und sie bewegt sich weiter mit Peter im gleichen Rhythmus. Sie spürt, wie es (durch die Weitung der äußeren Schamlippen und Schwellung des äußeren Drittels der Vagina) irgendwie noch enger um Peters Penis in ihr und (durch die Absonderung des vaginalen Transsudats) alles noch feuchter, ja richtig nass wird. Gleichzeitig sondert auch Peters Penis seine ersten Lusttropfen (Präejakulat) ab, ein Sekret aus den Cowperschen Drüsen. Das merken Peter und Anna aber nicht, das passiert einfach. Deshalb ist es auch gut, dass Peter und Anna ein Kondom benutzen. Denn Anna verhütet nicht und weder sie noch Peter will, dass sie schwanger wird. 

DER KÖRPER MACHT WAS ER WILL UND DAS BEWUSSTSEIN VERZIEHT SICH

Und dann haben ihre Körper plötzlich ein Eigenleben. Auf geht es zum Höhepunkt: der Orgasmusphase. Ihre Muskeln im Genital- und Analbereich beginnen (durch unwillkürliche, rhythmische Muskelkontraktionen mit einem Intervall von ungefähr 0,8 Sekunden) zu zucken und mit einem weiteren Stoß spritz Peter sein Ejakulat in… nein. Nicht direkt in Anna, denn die beiden benutzen ja ein Kondom… in das Kondom. Auch Anna merkt, wie sich ihr Körper verselbstständigt und ihr Unterleib sich rhythmisch an- und abspannt. Sie hat das Gefühl ihr Inneres würde sich an Peters Penis festsaugen und immer wieder ganz feste drücken. Das ist die Kontraktion der Muskeln im unteren Scheidendritte der Vagina, der Gebärmutter und der Analregion, vor allem jedoch der Beckenbodenmuskel entlang der „orgastischen Manschette“, einer Venenstauung im Bereich des Scheideneingangs mit i.d.R. 5, in intensiven Fällen 10 – 15 Kontraktionen. In diesem Moment haben beide das Gefühl kurz das Bewusstsein zu verlieren. Ihre Herzen rasen und schlagen fast doppelt so schnell wie normalerweise. Ihr Blutdruck ist noch einmal gestiegen und ihr Atem geht flach und schnell. Das ist aber nicht besorgniserregend, das ist normal beim Orgasmus. 

Nachdem Peter und Anna beide ihren Orgasmus hatten, beruhigen sich ihre Herz-Kreislaufsysteme langsam wieder. Ihr Lustkarussell kommt in die Rückbildungsphase. Peter zieht seinen – bereits wieder kleiner und schlaffer werdenden – Penis aus Anna raus, streift sich das Kondom ab und legt sich neben sie. Beide fühlen sich zufrieden aber plötzlich auch sehr müde. Sie werden Opfer der postkoitalen Müdigkeit. 

NOCH WILL UND KANN ER NICHT – BALD WILL, ABER KANN ER NICHT

Peter ist sehr zufrieden. Er will und kann erst einmal nicht mehr an Sex denken. Sein Penis ist sowas von „off“ und befindet sich im Ruhemodus, in dem er absolut unempfindlich gegenüber sexuellen Reizen ist. Er befindet sich in der Refraktärphase. Es dauert etwas, bis „er“ wieder „bereit“ ist. Das braucht so lange wie die Erregungsphase vorher angedauert hat, da beide Phasen proportional zueinander verlaufen. In dieser Zeit kann es zu keiner erneuten Erregung und keinem weiteren Orgasmus bei Peter kommen. Aber Peter weiß, dass er schon bald wieder kann und fühlt sich mächtig stark und potent. Was Peter allerdings noch nicht weiß ist, dass die Refraktärphase in jungen Jahren zwar sehr kurz sein kann, im Alter jedoch in der Regel deutlich zunimmt. Armer Peter. 

IHR O-O-O-ORGASMUS IN DAUERSCHLEIFE




 

Auch Anna bemerkt wie ihre Brustwarzen, Schamlippen und die Klitoris langsam abschwellen. Es ist aber noch alles recht empfindlich und Anna weiß, wenn Peter direkt wieder anfangen würde an ihr rumzuspielen, dann könnte es sofort weitergehen. Bei Anna ist es nämlich so, dass sie bei direkt fortgeführter Stimulation durch Peter zu einem weiteren Orgasmus kommen und diesen sogar mehrfach (multiple) erleben könnte. Man unterscheidet hier die diskrete und die kontinuierliche Form. Bei den diskreten Multi-Orgasmen geht der Puls zwischen zwei Orgasmen wieder auf das Ausgangsniveau zurück. Dies gilt insbesondere bei Frauen, deren Klitoris nach einem Orgasmus so überreizt ist, dass eine direkte weitere Stimulation als unangenehm und damit wenig lustfördernd empfunden wird. Dabei handelt es sich mehr um eine Erholungsphase und nicht wie beim Mann um die Refraktärphase, in der gar kein Reiz empfunden wird. Bei den kontinuierlichen Multi-Orgasmen bleibt der Puls indes durchgehend hoch und die Frau schwappt von Höhepunkt zu Höhepunkt. Tatsächlich setzt die Rückbildungsphase bei der Frau erst nach dem letzten Orgasmus ein. Frauen scheinen demnach keine Refraktärphase zu haben. Glückliche Anna. 

Es war einmal… Keine Geschichte von Bienchen und Blümchen

Aber warum bekommen Peter und Anna überhaupt einen Orgasmus? Zunächst einmal ist zu sagen, dass Evolutionsbiologen davon ausgehen, dass die Art und Weise wie wir uns verhalten und wie wir Dinge erleben eine genetische Vorgeschichte hat. In Bezug auf den Orgasmus heißt das, dass es einen genetischen Grund dafür gibt, dass wir die Fähigkeit haben einen Orgasmus zu erleben. Versetzen wir Peter und Anna also einmal zurück in die Steinzeit und wechseln, um bei den Kindheitserinnerungen zu bleiben, von der „Sendung mit der Maus“ zu „Es war einmal der Mensch“:

Peter ist ein junger, potenter Mann. Er hat zwei Instinkte, die ihn antreiben: Er will überleben und er will sich vermehren, damit seine Art bestehen bleibt. Anna ist eine junge, fruchtbare Frau und wird von denselben Instinkten angetrieben. Wenn einvernehmlicher Sex jetzt eine unangenehme oder gar schmerzhafte Angelegenheit wäre, dann sähe es mit den Chancen der Arterhalten ziemlich mau aus. Ergo denkt sich die Natur: Wenn Sex Spaß macht, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die vielversprechende Spezies Mensch gerne und häufig kopuliert und so auch die Chancen auf die Entstehung vieler neuer kleiner Menschlein. 

 

 

 

 

pixabay, von AlexVan, unter CC0, Orgasmus

 

 

 

 

HINTER ALLEM STECKT EIN PLAN

Einige Forscher meinen, dass sich die biologischen Vorgänge beim Orgasmus auf evolutionär bedingtes, frühmenschliches Verhalten zurückführen lässt. Gehen wir wieder zu Peter und Anna:

Der frühmenschliche Peter hat vor allem eines im Sinn: Seine Gene zu streuen. Mit einem Schuss in Annas fruchtbaren Unterleib hat er dies – bei Anna – getan. Danach braucht er erst einmal eine Pause bevor er schaut, ob er sein kostbares Erbgut auch noch bei einer anderen platzieren kann. Die frühmenschliche Anna hingegen möchte sichergehen, dass auch wirklich genug fruchtbares Sperma in ihr ist, damit die Chancen möglichst hoch sind, dass ein minikleines Spermium die gefährliche Reise durch ihren Unterleib bis zu der hoffnungsvollen Eizelle überlebt, die doch gerade jetzt unbedingt befruchtet werden möchte und auch muss! Sie hat nun mal nur eine geringe Haltbarkeit. Also geht Anna auf Nummer sicher und lässt sich direkt noch von ein paar anderen potenten Männern begatten. Natürlich sind Peter und Anna in ihrer frühmenschlichen Form nicht zu solch logischen Schlussfolgerungen fähig. Damit sie aber trotzdem genau diese Wege einschlagen, hat die Natur das mit den Orgasmen so eingerichtet, dass Peter sich nach einem Orgasmus, also genau einer Entladung, erstmal zurückzieht und keine Lust auf eine direkte zweite Runde hat (Refraktärphase), Anne hingegen – mit der fehlenden Refraktärphase und der Fähigkeit zum multiplen Orgasmus – gerne direkt noch einmal will und sich dafür ein, zwei, drei, viele andere Männer sucht. Das ist alles bisher nicht erwiesen und beruht auf den Annahmen einiger Forscher, doch ich muss gestehen: Für mich klingt das logisch.

UND ICH SAGE: GO GIRL!

Dennoch muss ich hier natürlich auch die andere Sicht der Vollständigkeit halber aufzeigen. Die US-amerikanische Biophilosophin Elisabeth Lloyd meinte 2005 – ebenso wie der Anthropologe Donald Symons bereits 1979 in seinem Buch „The Evolution of Human Sexuality“ – dass der Orgasmus der Frau keine evolutionäre Anpassung, sondern nur ein Nebenprodukt der evolutionären Entwicklung sei, in ihrer Wertigkeit vergleichbar mit der männlichen Brustwarze. Lloyd bezieht ihre Meinung darauf, dass – anders als beim Mann – keine zwingende Abhängigkeit zwischen dem weiblichen Orgasmus und der Fruchtbarkeit bzw. Häufigkeit der sexuellen Handlung besteht. 

Der Mann kann sein Ejakulat nur abgeben, wenn er zum Orgasmus kommt. Die Frau hingegen ist während ihres Eisprungs immer fruchtbar und empfängnisbereit. Ob sie beim Geschlechtsakt einen Orgasmus bekommt oder nicht, ist dabei völlig irrelevant. Gerade auch im Hinblick darauf, dass ein Großteil der Frauen nie oder nur selten einen Orgasmus erleben – näheres dazu später – erhärtet diesen Verdacht natürlich. Auch hier muss ich sagen: Klingt verdammt logisch. Die andere Theorie gefällt mir aber einfach besser und so lange nichts davon bewiesen ist, sage ich zur frühmenschlichen Anna: GO GIRL! 

 

 

 

 

pixabay, von StockSnap, unter CC0, Orgasmus

 

 

 

 

Wie der Mann vom Orgasmus-Egomanen zum Fetischisten weiblicher Orgasmen wurde

Da wir nun die wichtigsten Eckpfeiler der (evolutions-)biologischen Hintergründe abgedeckt haben, schauen wir mal was die Geschichte sagt. Bei den männlichen Griechen der Antike war der Orgasmus oberstes Ziel jeglicher sexuellen Handlung. Egal ob mit einer Frau, einem Mann oder mit sich selbst. Wohlgemerkt es ging immer um den eigenen Orgasmus, also Egoshooting par exellence. Auch bei den Römern hatte die Frau in dieser Hinsicht nichts zu melden, zumindest wenn sie verheiratet war. Wehe eine Ehefrau empfand den Sex mit ihrem Mann als angenehm. Ein weiblicher Orgasmus kam, überspitzt gesehen, einer Todsünde gleich. Der sich heute in aller Munde befindende Cunnilingus (man beachte das Wortspiel) wurde rigoros missbilligt. Männern, die sich dieser Fertigkeit bedienten, wurde sogar Impotenz nachgesagt. Doch nicht überall auf der Welt mussten Frauen dieser Zeit ein derart frustrierendes sexuelles Dasein fristen. Der erste Vorreiter der heutigen Dildos stammt aus dem Pakistan des 4. Jahrtausends vor Christus. Auch in der ägyptischen Welt kamen die Frauen mancherorts zu ihrem Glück. So diente ein orgastischer Zustand bei Frauen als heiliger oder ritueller Zweck, zum Beispiel beim Fest der Isis (Göttin der Geburt, Wiedergeburt und der Magie). 

DER SEX UND DIE KIRCHE

Sex und Religion haben noch nie wirklich gut zusammengepasst. Da wundert es nicht, dass es schon immer vor allem religiöse Ansichten waren, die eine erfüllende Sexualität und im Einzelnen vor allem den weiblichen Orgasmus untergraben wollten. Der Geschlechtsakt durfte allein der Fortpflanzung dienen. Jegliches Empfinden sexueller Lust und Begierde galt als schändlich, wenn nicht sogar teuflisch. Leider ist diese Ansicht in Teilen noch heute hier und da in den Köpfen der Menschen. Interessanterweise gibt es Nachforschungen die zeigen, dass die manuelle Stimulation der Frau und der damit hervorgerufene Orgasmus – unter der damaligen Bezeichnung als „hysterische Krise“ (aus dem Griechischen: hystera = Gebärmutter) bezeichnet – ab dem 15. Jahrhundert als weitverbreite ärztliche Behandlungsmethode für jegliches „hysterische Leiden“ der Frau, wie nervöse Kopfschmerzen oder allgemeine Unleidlichkeit, in ganz Europa eingesetzt wurde. Kein Wunder, dass diese hysterischen Leiden damals so weit verbreitet waren, bei der Fülle an massiv und dauerhaft unbefriedigten Frauen. Im 19. Jahrhundert verschwand diese Methode vom Behandlungstisch. Jedoch nur, weil die Hilfe zur Selbsthilfe auf den Markt kam: Die ersten Vibratoren fanden ihren Weg in weibliche Hände. Selbst ist die Frau. Die guten alten Hausmittelchen helfen doch immer noch am besten.

DIE JAGD AUF DEN WEIBLICHEN ORGASMUS

Mit der Zeit und wachsender Erfahrung änderten sich die moralischen Ansichten. Nicht zuletzt, da die Kirche zunehmend ihren Einfluss auf die Menschen verlor. Die Wissenschaft des 20. Jahrhunderts war auf dem Vormarsch und neueste Untersuchungs- und Forschungsmethoden bewirkten einen wahren Hype auf dem Gebiet der Sexualforschung. Dies war vor allem Sigmund Freud zu verdanken, dessen Arbeiten dafür sorgten, dass die Sexualität als Gegenstand wissenschaftlicher Forschung anerkannt wurde. Nach den Jahren der Unterdrückung der weiblichen Lust schlägt die geltende Meinung nun ins andere Extrem. War die Lustempfindung der Frau früher noch völlig uninteressant, scheint sich heute fast jeder Mann auf die Fahne geschrieben zu haben seine Sexualpartnerin auf jeden Fall und idealerweise mehrfach zum Höhepunkt zu bringen. Das Egoshooting geht somit in die zweite Runde, nur auf ganz andere Art. Was das für Auswirkungen auf den Liebesakt und seine Protagonisten hat zeigen aktuelle Umfragen. 

 

Wie der Liebeshöhepunkt zum Liebeskiller wird 

Um es mal ganz plakativ zu sagen: Autos müssen immer größer, schneller, stärker werden. Analog dazu gilt für den weiblichen Orgasmus öfter, länger, lauter. Wie massiv der Druck dahinter ist, zeigen die jüngst (März 2019) veröffentlichten Ergebnisse einer Umfrage der Erotik-Community JOYclub unter ihren Mitgliedern. In dieser Umfrage wurden je 5.000 Frauen und Männer zum Thema Orgasmusprobleme befragt. Während die alten Griechen nur ihren eigenen Orgasmus im Kopf hatten, gaben hier 89 % der befragten Männer an, dass sie Sex als nur halb so schön empfinden, wenn die Frau nicht kommt. Entschuldige bitte, aber das ist quasi eine 180°-Wendung mit Rolle rückwärts, Flick-Flack und Handstand-Überschlag in einem! Ich denke, dass es bei uns Männern zwei unterschiedliche Antriebe für dieses Umdenken gibt. Die einen scheinen in der Zeit der Gleichberechtigung alle unterdrückten, verbotenen und missachteten weiblichen Orgasmen der Vergangenheit aufholen und wiedergutmachen zu wollen und setzen sich dabei mächtig unter Druck. Die anderen sehen in unserer leistungsgeprägten Gesellschaft alles als Wettbewerb und benötigen den weiblichen Orgasmus als offiziellen Beweis bzw. Sticker für ihr Fleißheftchen, das zeigt wie leistungsfähig sie sind. Dabei geht es den meisten Frauen gar nicht primär um den eigenen Höhepunkt. 70 % von ihnen genießen vor allem den Sex an sich, den Austausch von Intimität und Zärtlichkeit. Der Orgasmus ist nur das Add-On, die positive Begleiterscheinung.  




 

Mit knapp 38 % sind fast genauso viele Männer wie Frauen (knapp 40 %) bereits mit dem Phänomen Orgasmusdruck konfrontiert worden. Und hier beißt sich die Katze in den Schwanz. Denn der Kern des Problems ist für beide Seiten identisch: Der weibliche Orgasmus. Nur entsteht der Druck bei den Frauen dadurch, dass sie denken in jedem Fall kommen zu müssen, da sie ihren Partner sonst enttäuschen, die Männer aber denken, dass sie für den Höhepunkt der Lust ihrer Partnerin verantwortlich sind. Bleibt IHR Orgasmus also aus, sind beide enttäuscht. Jedoch gar nicht vom anderen, sondern von sich selbst.  

 

Die Hoffnung stirbt zuletzt: Dein Weg zum Helden-Dasein in der Welt der Orgasmen

Wir wissen jetzt also was da eigentlich in unseren Körpern los ist, während wir kurz über den Wolken schweben und warum die Natur es (vermutlich) so eingerichtet hat, dass wir ganz doll viel Spaß am Sex haben. Leider wissen wir aber auch, dass wir mit unserem gesellschaftlich getriebenen Streben nach Erfolg diesem wundervollen Moment einen Leistungstempel aufgedrückt haben und es uns damit oft selbst ganz schön verleiden.

Ich habe mich in der Vergangenheit schon oft mit dem US-amerikanischen Autor Timothy Ferriss beschäftigt, der ein – wenn nicht der – Pionier auf dem Gebiet der Optimierung ist. Es gibt eigentlich nichts, was Ferriss hinsichtlich einer möglichen Optimierung nicht auseinandergepflückt und in seinen Büchern verarbeitet hat. So eben auch wie man besseren Sex haben kann. In seinem Buch „der 4 Stunden Körper“ beschreibt er hierzu zwei Techniken, die angeblich jeder Frau zum Orgasmus verhelfen sollen. Nach meinen Recherchen finde ich es ja wirklich amüsant, dass es hier wieder nur um die weibliche Schöpfung geht. Aber das ist ja eigentlich auch nicht verwunderlich, schließlich sind wir Männer seit tausenden von Jahren geübt darin unseren Orgasmus zu bekommen, bzw. ist es ja von Naturwegen so eingerichtet, dass wir uns ohne Orgasmus nicht fortpflanzen können. Denn ohne Orgasmus, keine Ejakulation und ohne Ejakulation keine Nachkommen. An dieser Stelle möchte ich der Natur einmal von Herzen DANKE sagen, dass sie es uns Männern so einfach gemacht hat.

GLEICHES RECHT FÜR ALLE

Ob es nun so ist, dass die Frau evolutionsbedingt zur Empfindung multipler Orgasmen fähig ist, um Spaß daran zu habe sich von möglichst vielen Männern hintereinander bespringen zu lassen oder ob es nur ein ungewolltes Zufallsprodukt ist, dass auch sie überhaupt einen Orgasmus erleben kann, ist uns doch – sind wir mal ehrlich – eigentlich völlig egal. Jeder Mann und jede Frau sollte in der Lage sein diesen kleinen Glücksmoment erleben zu können. Und da wir Männer ja doch gerne manchmal den Helden spielen, machte ich mich an Tim Ferriss‘ Ausbildung zum Orgasmus-Helden. Ferriss hat dazu schlauerweise erst einmal die gefragt, die es am besten wissen müssen; Frauen. Den Durchbruch zu seinen Erkenntnissen hat er vor allem zwei Damen zu verdanken: Der US-amerikanischen Pornodarstellerin Nina Hartley und Nicole Daedone, der Autorin und Gründerin von OneTaste (ein Unternehmen, das sich der Erforschung und Vermittlung der Praktiken der Orgasmus-Meditation und des langsamen Sex verschrieben hat).

Wie in allen wichtigen Dingen des Lebens ist weniger oft mehr. Laut Hartley gibt es nur zwei Dinge, die beachtet werden müssen, damit eine Frau beim Geschlechtsverkehr in den Genuss eines Orgasmus kommt.

FOKUS BABY: LIEBE DICH SELBST

Wenn du jemanden nicht magst, hast du dann Interesse daran diesen jemanden kennenzulernen? Eher nicht, oder? Wie sieht es dann wohl mit den Frauen aus, die kein gutes Verhältnis zu ihrem Körper haben und sich selbst nicht liebens- und begehrenswert finden? Die Studie „Stressless Sex“, die von der Aachener Ärztin und Sexualwissenschaftlerin Ulrike Brandenburg gemeinsam mit anderen Experten durchgeführt und im Jahr 2006 veröffentlich wurde, ergab unter anderem, dass die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper bei vielen Frauen eine Ursache dafür ist, dass sie nicht in der Lage sind einen Orgasmus zu erleben. Diese Erkenntnis deckt sich mit der Empfehlung von Hartley, dass eine Frau erst einmal mit sich selbst Spaß am Sex haben und gerne masturbieren muss. Denn ein Mann kann einer Frau durch sein Zutun nur dabei HELFEN, zum Orgasmus zu kommen, er kann „es“ ihr nicht allein besorgen. Das Potenzial dazu liegt nur in der Frau allein und wenn sie ihr Potenzial nicht kennt und selbst schon einmal erfahren hat, dann verpufft die Energie in einem lustleeren Raum. Eine Frau muss ein gutes Verhältnis zu sich und ihrem Körper haben. Sie muss Spaß daran haben ihre Sinnlichkeit und damit auch sich selbst zu entdecken. Dann kann der Mann ihr auch dabei helfen ihr volles Potenzial zu entfalten. Also liebe Frauen: Liebt euch selbst!

Als zweiten essenziellen Punkt nennt Hartley ein paar leichte Veränderungen in den Stellungen, damit Reibungs- und Druckpunkt die optimale Wirkung erzielen können. Im Buch von Ferriss werden zwei der gängigsten Stellungen dazu in verbesserter Variante beschrieben: Die Missionars- und die Reiterstellung.

MISSION IMPOSSIBLE

Die Missionarsstellung wird dahingehend verändert, dass die Frau auf Höhe ihrer Hüften auf einem Kissen liegt. Ferris und Hartley empfehlen hier ein Buchweizenkissen, da diese fester sind als normale Feder- oder Schaumstoffkissen. Wichtig ist, dass der Po der Frau etwa 15 cm höher liegt, als das Matratzenniveau (oder wo auch immer sie Sex haben). Der Mann muss seine Hüften so nah wie möglich an die Hüften der Frau heranführen und kniet dabei auf seinen Fersen. Die Knie hält er dabei so weit auseinander, wie es für ihn angenehm ist. Je tiefer er auf seinen Fersen sitzt, desto tiefer kommt die Hüfte, was den Penis-G-Punkt-Winkel verbessert.

Ferriss empfiehlt einen Rhythmus von neun kurzen und einem langen Stoß. Wie tief der Mann eindringt ist ihm überlassen. Wobei es schon nett ist, wenn er dabei berücksichtigt was für die Frau angenehm ist. Vor allem wenn der Penis dabei an den Muttermund stößt, kann das sehr schmerzhaft sein. Eine Lösung hierfür kann es sein, wenn der Mann seinen Penis ähnlich einer Kompassnadel auf 2 oder 10 Uhr lenkt (wenn der Bauchnabel der Frau 12 Uhr darstellt). Das geht am besten indem er sich leicht schrägt legt und dabei eine Hüfte anhebt. Die Frau kann nun zwei Dinge probieren: Entweder sie zieht ihre Knie hoch auf ihre Brust, so dass ihre Hüften in Richtung ihres Kopfes kippen, oder sie stellt die Füße flach auf und hebt die Hüften an. 

Eine weitere Variante ist die Missionarsstellung mit verbessertem Druck. Hierbei streckt der Mann seine Beine, so dass sie nicht mehr auf dem Bett liegen. Damit bringt er sein Gewicht ein paar Zentimeter nach vorne, mehr auf das Becken der Frau und auf seine Arme. Es ist einfacher, wenn er die Beine dabei nah beieinander hält. So verändert sich der Penetrationswinkel und der Reibungspunkt liegt nicht mehr an der Penisspitze, sondern am Beckenknochen des Mannes. Nun bewegt er sich nicht vor und zurück, sondern rutscht eher hoch und runter, als würde er sich am Venushügel der Frau reiben wollen, weil es ihn da juckt. Alternativ kann der Mann in dieser Position auch leicht kreisende oder wischende Bewegungen von links nach rechts ausführen. Dabei hält er ständigen Kontakt zwischen sich und der Frau von ihrem Bauchnabel runter bis zu seinem Penisansatz. So geht der Kontakt zur Klitoris nie verloren. Das geht zwar mächtig in die Arm- und Bauchmuskulatur aber hey: So spart er sich das Fitnessstudio.

 

HOPPE, HOPPE REITER

Zu guter Letzt geht es um die Anpassung der Reiterstellung durch verbesserten Druck. Hierbei liegt der Mann nicht – wie sonst üblich – auf dem Rücken, sondern lehnt etwa in einem 20°-Winkel an der Rückwand des Bettes oder wo auch immer das Spiel gerade stattfindet. Nicht kerzengerade im 90°-Winkel, das kommt vielleicht auf der Kirchenbank gut aber nicht hier. Hier helfen Kissen oder ein Stuhl ohne Armlehnen in den sich der Mann gemütlich reinlümmeln kann. Praktisch: Die Frau kann sich an der Rücklehne festhalten und so Druck und Bewegung noch besser kontrollieren. Ein wichtiger Tipp von Hartley, den ich hier übernehmen möchte: Wenn es Zweifel gibt, bestimmt der Mann immer den Druck und die Frau die Bewegung. 

DIE PRINZESSIN AUF DER ERBSE

Es sind oft die kleinsten Dinge, die die größte Bedeutung haben. So verhält es sich auch mit der Klitoris, um die es in der zweiten Technik geht. Jeder kennt oder hat schon einmal den Unterschied zwischen dem vaginalen und dem klitoralen Orgasmus gehört. Ergebnisse aktuellster Forschungen zeigen, dass 70 – 80 % der Frauen einen Orgasmus lediglich durch die manuelle Stimulation der Klitoris erreichen können. Kein Wunder also, dass sich alle Welt auf dieses erbsengroße Machtzentrum stürzt, um der Frau zu ihrem Recht vom Orgasmus zu verhelfen. Dabei ist die Klitoris gar nicht so klein wie weitläufig angenommen. Neue Studien zeigen, dass die tatsächliche Länge etwa 11 Zentimeter beträgt und ihre Nervenenden bis in die Vagina und die Schenkel der Schwellkörper reichen. Das klitorale Spielfeld ist also weitaus größer als gedacht. Das, was wir als Klitoris bezeichnen, ist lediglich die Spitze des Eisberges. Eine wirkliche Unterscheidung zwischen vaginalem und klitoralem Orgasmus ist also eigentlich gar nicht möglich. 

DAVID GEGEN GOLIATH

Aus eigenen Erfahrungen und Gesprächen mit Freunden weiß ich, dass die Männer sich hierbei wie bei David gegen Goliath fühlen, nur dass sie Goliath sind. Da wird gestreichelt, gerubbelt, gezupft, mal schnell, mal langsam und immer, wenn man denkt jetzt hätte man es endlich geschafft und den Punkt gefunden, der die Frau in den schönsten Wahnsinn treibt, den man erleben kann, da ist es schon wieder vorbei. Es ist ein bisschen wie mit diesem Greifautomaten voller Kuscheltiere. Man(n) kann den Greifarm noch so zielgenau positionieren. Sobald man auf den Knopf haut, damit die Greifer zuschnappen und den Preis holen, ist das Kuscheltier schon wieder entschlüpft und grinst einen vermeintlich frech an. Es liegt so nah und doch so fern und der Mann fühlt sich mitunter völlig macht- und ratlos. Die Frauen hingegen versuchen durch Stöhnen, Stocken, kurzes Anspannen, etc. subtil zu vermitteln wann die Herren der Schöpfung auf dem richtigen Weg sind. Sie kommen mit ihren richtungsweisenden Reaktionen aber gar nicht hinterher, so schnell ist die Hand oder die Zunge schon wieder an einem ganz anderen Punkt. Nur sagen wollen sie oft nichts, um ihre Helden nicht bloßzustellen. 

FAR, FAR AWAY

Bei Paaren die diesem Problem mit verbalen Mitteln entgegentreten, ist die Erfolgsquote zwar höher (sprechenden Menschen kann wirklich geholfen werden, man glaube es kaum), doch handelt es sich hier meist nur um eine Verbalisierung der vorher beschriebenen nonverbalen – und sehr einseitigen – Kommunikation: „Ja… nein. Oh ja, genau da! Schneller… langsamer. Ja, so ist gut. Etwas fester… Nicht so doll! Ja, das ist es. Warte! Mach weiter!“ Und so weiter und so fort… Da gerät man als Mann ganz schön ins Schwitzen. Die Frau ist so auf ihre Regieanweisungen konzentriert, dass von Entspannung nicht die Rede sein kann. Und der Orgasmus? Um es mit den Worten von Slade zu sagen: Der ist far, far away…

Wie soll die Technik von Tim Ferriss nun helfen können? Hier kommt Nicole Daedone ins Spiel. Sie studierte an der More University der Lafayette Morehouse Kommune –1968 von Dr. Victor Baranco in Kalifornien gegründet und dem verantwortungsvollen Hedonismus (vom altgriechischen hēdonḗ = Freude, Vergnügen, Lust, Genuss, sinnliche Begierde) verschrieben – und war eine Schülerin von Ray Vetterlein, der 1968 zu den ersten Morehouse-Studenten gehörte und den dort höchstmöglichen privaten Abschluss erlang. Seitdem entwickelt er seine Methoden kontinuierlich weiter und kann auf eine Forschungserfahrung von über 40 Jahren zurückblicken. Daedone gründete 2001 das Unternehmen OneTaste, um einen Ort zu schaffen, an dem Frauen in einer angenehmen Atmosphäre alles über den eigenen Orgasmus lernen können.

 

 

 

 

 

Bild von Klaus Hausmann auf Pixabay

 

 

 

 

DES RÄTSELS LÖSUNG: 15 + 3 = ORGASMUS

Ferriss hat sich die bei OneTaste gelehrte Technik zeigen lassen und mit seinen eigenen Erfahrungen in seinem Buch veröffentlicht. Wie bei der oben beschriebenen Technik gilt auch hier: Weniger ist mehr. Es gibt genau zwei Dinge die zu beachten sind: 15 Minuten absolute und kompromisslose Konzentration auf eine 3 Quadratmillimeter große Kontaktfläche der Klitoris – den oberen linken Quadranten. Auch dieser Technik habe ich mich wieder mit meinen Mitstreitern gewidmet. Der Einfachheit halber werde ich die Technik anhand eines Mann-Frau-Paares beschreiben, gilt aber natürlich auch für Frau-Frau-Paare:

Praxis und Anleitung: Der 15-Minuten-Orgasmus

Küssen, Fummeln, Ausziehen, Flüstern und Bitten – egal wie sehr sie dich darum bitten wird – jetzt gibt es keinen Sex! Die Methode erfordert einen Zeitraum von 15 Minuten, 100% der Aufmerksamkeit auf die richtige Kontaktfläche von etwa 3 Quadratmillimeter. Warum diese Methode von OneTaste so gut funktioniert?

  1. Sie verfolgt kein bestimmtes Ziel.
  2. Sie löst den Orgasmus vom Sex.

Und auf geht’s:

Schritt 1: Die Übung verfolgt kein bestimmtes Ziel. 

Es ist absolut wichtig das gegenüber der Frau zu verdeutlichen. Kein Ziel, keine Erwartung, kein Druck. Lediglich Konzentration auf den einen Kontaktpunkt. Es fällt uns Männern ja schon ab und an mal schwer die richtigen Worte zu finden, daher habe ich das Textbeispiel von Ferriss weitgehend übernommen, quasi als Hilfestellung: „Ich berühre dich 15 Minuten lang. Du musst weder vorher, dabei, noch nachher irgendetwas tun. Wir wollen nirgendwo hin und nichts erreichen. Konzentriere dich einfach auf diesen einzigen Kontaktpunkt. Es ist nur eine Übung.“




 

Schritt 2: Position einnehmen 

Die Frau ist von der Taille abwärts nackt und legt sich auf den Rücken, dabei hat sie ein Kissen im Nacken, um bequemer und entspannter liegen zu können. Es ist absolut wichtig, dass sie sich wohlfühlt! Die Beine sind angewinkelt und geöffnet, etwa so, wie ein Frosch sitzt, nur mit sich zugewandten Fußsohlen. Manche Frauen haben Probleme in dieser Position, da die Sehnen und Bänder an den Innenschenkeln etwas verkürzt sind. Damit sie nicht versucht diese Position krampfhaft zu halten, können Kissen so platziert werden, dass sie ihre Knie auf ihnen ablegen kann. Ihre Arme und Hände hält sie so, wie sie sich wohlfühlt. Sie kann sie seitlich ablegen oder hinter dem Nacken verschränken. 

Frau zum Orgasmus bringen

Meine bevorzugte Position

Der ideale Berührungswinkel zur Klitoris kann mit der linken Hand am besten erreicht werden, daher wird empfohlen sich rechts von der Frau auf mindestens zwei Kissen zu setzen. Sein linkes Bein wir über ihren Oberkörper geführt, so dass die Fußsohle flach auf dem Boden steht, das Knie über ihrer Mitte. Es ist wichtig, dass sein linkes Bein keinerlei Druck auf ihren Unterleib ausübt, daher – wenn nötig – ruhig weitere Kissen nehmen. Sein rechtes Bein ist ausgestreckt oder angewinkelt. Je nachdem in welcher Position er der Meinung ist entspannt über einen Zeitraum von 15 Minuten sitzen zu können. Ferris, als Rechtshänder, fühlte sich jedoch auf der anderen Seite und mit seiner rechten Hand als Werkzeug besser. Es ist also durchaus möglich die Position zu spiegeln, der Mann sitzt dann also auf der linken Seite.

 

Schritt 3: Timer auf 15 Minuten stellen, den Kontaktpunkt mit der größtmöglichen Sensibilität suchen und streicheln 

Es ist wichtig, die Übung auf 15 Minuten zu beschränken. Es klingt vielleicht komisch, aber der feste Zeitrahmen nimmt tatsächlich den Druck raus. Es geht ja nicht darum in dem Zeitrahmen irgendetwas zu erreichen, es geht nur darum sich über 15 Minuten lang auf diesen einen Punkt zu konzentrieren. Für beide Seiten. Die fixen Start- und Endpunkte erleichtern die gezielte Konzentration. Immer daran denken: Dies ist nur eine Übung: Konzentrierte Wiederholung ohne Ziel.

Um den Kontaktpunkt zu finden hilft folgende Anleitung:

Der Mann teilt die Schamlippen mit seiner linken Hand, schiebt die Klitorisvorhaut mit dem Handballen zurück Richtung Venushügel und hält sie dort. Die Klitoris wird mit dem Daumen fixiert.

1 Klitorisvorhaut 2 Glans clitoridis (Kontaktpunkt) 3 Harnröhrenmündung 4 Scheideneingang 5 Labia minora 6 Damm (Perineum)

Die rechte Hand wird (von vorne gesehen) unter ihren Po geschoben, so dass jeweils zwei Finger unter einer Pobacke liegen. Der Daumen wird an (nicht in) den Scheideneingang gelegt. So wird die Frau quasi in der Position fixiert, was ihr hilft sich zu entspannen.

Von vorne betrachtet liegt der obere Teil der Klitoris auf 12 Uhr und wird dort weiterhin vom Daumen fixiert. Der Zeigefinger sucht die Position auf 1 Uhr und fühlt dort idealerweise eine kleine Vertiefung oder Tasche zwischen Vorhaut und Klitoris.

Ist die Position gefunden beginnt der Mann diese Stelle so sanft wie möglich zu streichen. Es braucht nur einen Druck von etwa zwei Blatt Papier und der Finger bewegt sich dabei höchsten zwei Millimeter in einem gleichmäßigen Rhythmus, wie ein Metronom, über etwas 2 – 3 Minuten. Innerhalb der 15 Minuten kann der Rhythmus auch gerne mal geändert werden. Am einfachsten gelingt dies mit der Fingerspitze, daher ist es ratsam sich vorher die Fingernägel zu schneiden.

WICHTIG: Der Mann muss sich Zeit nehmen, den Punkt zu finden. Alles andere macht keinen Sinn. Wir reden hier von einer Fläche von 3 Quadratmillimetern, das ist quasi die berühmt-berüchtigte Nadel im Heuhaufen!

Für den Fall, dass der Mann im unteren Rücken ermüdet – es ist jetzt ja keine allzu gewöhnliche Sitzposition – gibt es auch eine Alternative: Dabei wird der rechte Ellbogen auf das rechte Schienbein gestützt. Da somit die untere Stabilisation der Frau durch die rechte Hand wegfällt, kann mit der rechten Hand das linke Bein der Frau festgehalten werden. Im Fall von Ferriss fanden viele Frauen diese Position sogar besser, als die eigentliche.

Schritt 4: Das „Erden“ 

Sind die 15 Minuten um, wird die Übung durch das „Erden“ beendet. Hier gibt es verschiedene, teils komplizierte Techniken, aber auch eine einfache Anfängervariante. Dabei liegen beide Hände mit entgegengesetzten Fingern übereinander, die untere Handfläche auf der Vagina, und üben einen starken Druck auf das Schambein aus, der nach oben Richtung Kopf der Frau gerichtet ist. Die Frau bestimmt die Stärke des Drucks. Das Erden ist deshalb so wichtig, weil es den Abschluss der Übung greifbar macht. Sie beginnt damit die Position zu finden und hört nach Ablauf der Zeit nicht einfach auf und läuft ins Leere. Dieses Ende ist für beide Seiten absolut entscheidend und ermöglicht ein Höchstmaß an Verbundenheit und Erfüllung.

 

TIPPS ZU EINEM MULTIPLEN ORGASMUS

 

DEM GEHEIMNIS AUF DER SPUR

Konventionelle Missionarsstellung
 
Konventionelle Missionarsstellung
Missionarsstellung mit verbessertem Winkel
Missionarsstellung mit verbessertem Winkel

Es kursieren Unmengen an Büchern und Tipps. Amazon listet allein weit über 1.000 Bücher zum Thema Orgasmus auf. Bei den meisten geht es – wie kann es auch anders sein – um den weiblichen Orgasmus. Wie sie „ihn“ am besten erreicht oder wie er „ihn“ am besten herbeiführt. Gibt man bei Google „Bücher zum weiblichen Orgasmus“ ein, so spuckt die intelligente Suchmaschine knapp 60 Mio. Treffer aus. Zum Vergleich: Gibt man nur „Orgasmus“ ein, sind es gerade mal 55 Mio. Treffer. Schon spannend, oder? Der „Orgasmusdruck“ rangiert mit 3.600 Einträgen zwar vergleichsweise weit hinten, dennoch zeigt die Fülle an Artikeln wie präsent das Thema in den deutschsprachigen Schlafzimmern ist.

Woran liegt es, dass diese Technik von OneTaste funktioniert? Timothy Ferriss hat es vorgemacht und wie schon eingangs erwähnt muss ich das selbst testen. Da eben der multiple Orgasmus so einen unvergleichlichen Stellenwert auf dem Treppchen der Zielerreichung der Menschheit hat und ich mich der Faszination daran auch nicht entziehen kann, habe ich beschlossen mich explizit diesem Ziel und der Technik dazu zu widmen, wobei die andere Technik natürlich auch getestet wird.

Reibungsdruck an der Penisspitze
Reibungsdruck an der Penisspitze
Missionarsstellung mit verbessertem Druck
Missionarsstellung mit verbessertem Druck



 

Im Fall von Ferriss war immer er es, der die Techniken ausprobierte und nur die weibliche Hauptrolle stand in wechselnder Besetzung da. Mir war es daher wichtig auch die Erfahrungen verschiedener Männer aufzunehmen. Ich wollte sicher gehen, dass Ferriss nicht vielleicht nur ein Wunderkind ist und es gar nicht nur an den Techniken, sondern auch an ihm lag. Also habe ich mir ein paar Mitstreiter gesucht und wir werden uns in den nächsten Wochen ausführlich mit den beiden Techniken befassen. Unsere Erfahrungen werde ich dann hier mit dir teilen. Und…, wenn du neugierig bist: Die Anleitungen hast du jetzt ja. Bist du dabei? Sehr gut. Ich freue mich!

Das Geheimnis ist gelüftet: Ein Orgasmus-Experiment und warum ich vom Erfolg für ALLE überzeugt bin

Nun habe ich dir von zwei Techniken berichtet, die jeder Frau zum Orgasmus verhelfen sollen. Diese Techniken habe ich mit Paaren über einen Zeitraum von mehreren Wochen getestet.

 

Das Geheimnis liegt darin, dass es eben nicht um den Orgasmus geht. In einer Zeit, die von Leistungsdruck und Profilierung geprägt ist, wo das Äußere wichtiger als das Innere ist, haben viele die Verbindung zu sich selbst verloren. Wir sind so sehr auf die Ziele fokussiert, die wir erreichen wollen oder meinen zu müssen, dass wir alles abseits der Zielgeraden nicht mehr wahrnehmen. Und dieses Denken wird in alle Lebensbereiche hineingetragen, so eben auch in das Liebesleben. Es geht nicht um den Moment der Zweisamkeit und der Intimität, es geht nur um das Ziel: den Orgasmus.

Bei dieser Technik wird die Eigenwahrnehmung geschult. Es geht nicht um das, was um die Frau herum passiert. Es geht nur um sie und um das, was sie empfindet. In diesem Moment. Es geht zwar auch um Fokussierung in Form der Konzentration, aber es ist eben der Moment auf den sich konzentriert wird und nicht das, was erreicht werden möchte – also nicht die Zukunft. Der Druck wird komplett rausgenommen. Wenn man es schafft sich das bewusst zu machen, geht es von ganz allein. Wie so oft ist eben der Weg das Ziel. 

TIPPS UND EMPFEHLUNGEN

Buchweizenkissen: Je nach eigenem Anspruch findet man auf Amazon schon eine Menge Anbieter von Buchweizenkissen. Auch in jedem gut sortierten Natur-/Reformhaus wird man fündig. Wer es ganz besonders und individuell mag, sollte sich mal die Angebote von der schlafratzdinkelkissen GbR (www.schlafratzdinkelkissen.com) anschauen. Das Unternehmen stellt eine Vielzahl Kissen individuell nach Kundenwunsch her.

Für die Abwechslung beim Liebesspiel: eine große Auswahl an Sexspielzeug bieten die Anbieter AMORELIE(www.amorelie.de),
 EIS (www.eis.de),
 ORION (www.orion.de) und
 LOVEHONEY (www.lovehoney.de). Im Angebot unterscheiden sich alle nicht sonderlich (bis auf die Preise, daher durchaus mal vergleichen), wobei der Anbieter EIS sein Angebot noch mit einem Blog und Sex Tipps abrundet. Reinschauen lohnt sich! Vielleicht auch noch interessant: Bei Amazon bekommt man ja ohnehin was das Herz begehrt, aber auch beim Elektroriesen MediaMarkt kann man durchaus fündig werden. In allen Fällen wird ein diskreter Versand gewährleistet. Hier noch die die Body Slide Empfehlung von Sabine.


Happy Vagina: Es gibt Unmengen an Blogs für Frauen, die sich mit dem Thema Sex beschäftigen und es kommen fast täglich neue hinzu. Happy Vagina (www.happyvagina.de) hebt sich zum einen durch die stylische Aufmachung ab, aber auch durch das Konzept. Hier berichten Frauen für Frauen von ihren eigenen praktischen Erfahrungen. Von Höhen und Tiefe und wie sie diese mit Hilfe ihrer Sexualität überwunden haben. Mich erinnert es sehr an die Idee hinter ONETASTE, denn es geht um die achtsame Sexualität, Weiblichkeit und Spiritualität. Sex for spiritual minds!
 

 


Quelle 1: https://www.tag24.de/nachrichten/berlin-schoenheitschirurg-g-punkt-vergroessern-besserer-orgasmus-g-shot-spritze-hyaloronsaeure-placebo-464108

Quelle2: https://chris-ley.de/so-kommt-sie-zum-15-minuten-orgasmus/

 

 





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