Troll beiseite

In "Hilda" beweist eine kleine Heldin in einem magischen Land zwischen Elfen und Mitternachtsriesen großen Mut.

Von Daniel Wüllner

Eltern versuchen zunehmend verzweifelt, ihre Kinder von Computer oder Playstation zu trennen. Jetzt haben sie eine neue Verbündete, und die ist ausgerechnet die Heldin einer neuen Netflix-Animationsserie. Blaues Haar, roter Pullover, große Klappe: Das ist Hilda. Hilda wohnt mit ihrer Mutter in einer Hütte in der Wildnis, in einem magischen Land, wo Elfen und Riesen so normal sind wie Autos und Fernseher.

In ihren ersten Abenteuern verhandelt Hilda mit einem Feenstaat über friedliche Koexistenz, rettet einen dämonischen Hund und stellt sich mutig einem Troll in den Weg. Nach zwei Folgen müssen Mutter und Tochter in die Stadt ziehen, nach Trolberg. Städte sind langweilig, jammert Hilda, mit anderen Kindern will sie nicht spielen. Doch schnell wird klar, dass Wunder nicht nur im Wald, sondern auch auf der Straße warten. Sofern man bereit ist, rauszugehen und sich auf eine neue Erfahrungen und neue Menschen einzulassen.

 

Wenn der Troll erwacht

Die ab sechs Jahren empfohlene Serie basiert auf den Comics von Luke Pearson. Fünf "Hilda"-Bände hat der 30-jährige Brite bisher veröffentlicht, um die Adaption hat er sich selbst gekümmert. Der Zauber der Comics ist in der Serie perfekt bewahrt, genau wie der Charme, der Hilda ausmacht. Mehr noch, durch die Animationen gewinnt die Comic-Serie selbst an Spannung: Geht in Hildas Welt langsam die Sonne unter, bröckelt und knackt es aus den Lautsprechern. Das sind die Geräusche, die ein Troll macht, wenn er erwacht, wenn ein neues Abenteuer beginnt.

Im Mittelpunkt steht stets die Toleranz. Egal ob Zwerg oder Riese, ob Troll oder Hausgeist: Frei von Vorurteilen macht Hilda den ersten Schritt auf andere zu. Hilda will wissen, wer der andere ist, neugierig und ohne Ehrfurcht, selbst vor berghohen Mitternachtsriesen. Das ist mitreißend und nie zu pädagogisch. Bloß nach jeder Folge stellt sich die Entscheidung: Noch eine Folge sehen? Oder selbst ein Abenteuer erleben?             Sueddeutsche

 

Wie wurde Hilda zur Netflix-Serie

Luke Pearson gilt als Senkrechtstarter der britischen Comicszene. Mit den abenteuerlichen Geschichten des blauhaarigen Mädchens Hilda gewann er mehrere Comicpreise. Nun hat Netflix daraus eine Zeichentrickserie gemacht.

Eine erfolgreiche Comicreihe, Preise, eine Netflix-Serie. Nach Comicmaßstäben ist Luke Pearson sehr erfolgreich. Erfolgreiche Menschen leben in Großbritannien meistens in London. Pearson nicht. Er lebt in Nottingham. „Ich habe kein Verlangen danach, in London zu leben“, sagt er. „Theoretisch gäbe es da vielleicht mehr Möglichkeiten, aber die würde ich wahrscheinlich gar nicht nutzen.“ So mutig, neugierig und schlagfertig die Comic-Heldin Hilda ist, so sanft und nachdenklich ist ihr Erfinder.

ICH BIN NICHT DER TYP, DER PERSÖNLICH IRGENDWO AUFTAUCHT. ICH EXISTIERE EHER WIE EIN GEIST ONLINE. DAS KANN ICH VON ÜBERALL MACHEN. UND ICH MAG NOTTINGHAM.

Wenn Luke Pearson aus dem Fenster seines Ateliers schaut, sind da entsprechend keine magischen Landschaften, keine Fjorde, keine Holzhäuser. Sondern Nottingham. Inspiration für seine Hilda-Reihe mit nordischem Flair fand er nicht hier, sondern als Jugendlicher in den Ferien, als er mit den Eltern in Norwegen unterwegs war.

DORT FING ALLES AN. ICH ZEICHNETE, SCHRIEB SACHEN AUF UND LIESS MEINER FANTASIE FREIEN LAUF.

Vieles davon blieb hängen und landete Jahre später in seinen Comics Die Hilda-Bücher sind eine Mischung aus Tove Jansons Mumins und Astrid Lindgrens Pippi Langstrumpf. In sanften Farben, mit viel Witz und fern aller rosaroten Mädchenklischees erzählen sie von Hildas Abenteuern. Gemeinsam mit ihrer Mutter lebt Hilda in Trolberg, einer Stadt in einem namenlosen, nordischen Land. Hinter jeder Ecke lauern hier Hausgeister, Kobolde oder Donnervögel. Pearson las gerade viele skandinavische Sagen, als er die Idee für Hilda hatte.

ICH WUSSTE, ES SOLLTEN TROLLE UND ELFEN IN MEINEN GESCHICHTEN VORKOMMEN.

Dass Pearson keine epischen Fantasyschlachten daraus machte, sondern leisere, ungewöhnliche Geschichten über ein freches Mädchen und die Macht der Fantasie, brachte ihm nicht nur zahlreiche Preise ein. Auch die Filmindustrie wurde auf den Stoff aufmerksam. In Zusammenarbeit mit Netflix und einer Animationsfirma hat Pearson in den vergangenen Jahren eine Zeichentrickserie für das Streamingportal produziert.

Und Pearson begleitete jeden Schritt der Produktion. Er stellte sicher, dass die Dialoge stimmten, dass Hilda Hilda blieb.

ES WAR WENIGER, DASS ICH DAS GEFÜHL HATTE, DASS HILDA MIR GEHÖRT. ICH GLAUBE EHER: ICH KENNE SIE AM BESTEN.

Für die finalen Designs war Pearson gar nicht zuständig. Aber wenn die anderen Designer ihm ihre Entwürfe schickten, malte er darüber und schickte die Sachen zurück – wohlwissend, dass seine Vorschläge die anderen wahrscheinlich nervten. „Aber vor allem bei Hilda wollte ich, dass alles stimmt – was ein wenig anmaßend ist. Denn jeder, der die Bücher gelesen hat, weiß, dass Hilda in jedem Buch anders aussieht. Ich bin da selbst unheimlich inkonsequent.“

Trotz des Hin und Her hat Pearson die Arbeit im Team genossen. Selbst – und vor allem – die Meinungsverschiedenheiten. „Es ist schön, auch mal etwas um die Ohren gehauen zu bekommen. Bei meinen Comics konnte ich meist machen, was ich wollte.“ Da habe er oft tagelang allein gezeichnet und gedacht:

DAS IST FÜRCHTERLICH, FÜRCHTERLICH, FÜRCHTERLICH. UND BEI DER ABNAHME HIESS ES DANN IMMER NUR: ‚WUNDERBAR. DANKE!‘             Welt 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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